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Die Wut des Louis Pasteur

Avatar of Andrea Bentschneider Andrea Bentschneider - 08. September 2015 - Allgemein, Persönlichkeiten, Wissen

Verabreicht wurde die Impfung von keinem geringerem als Louis Pasteur. Dieser hatte einen Impfstoff entwickelt und erfolgreich an Hunden getestet, wovon die Tageszeitungen berichtet hatten. Über diese Berichte gelang das Gerücht auch zu den Eltern des kleinen Joseph, die sofort nach Paris reisten, um Pasteur zu treffen. Nach der Verabreichung von mehreren Dutzend Injektionen und einem Monat Wartezeit, war Pasteur sicher, dass Joseph Meister keine Tollwut entwickelt hatte. Die beiden blieben ihr Leben lang im Kontakt miteinander.

Louis Pasteur hatte damit einen maßgeblichen Beitrag zur Entmystifizierung der Tollwut beigetragen. Die Übertragung durch Hunde und Wölfe hatte in diesem Zusammenhang zum Werwolfglauben geführt; im Mittelalter wurde der Teufel selbst für die Tollwut verantwortlich gemacht. Zur Wehr hatte es vor Pasteurs Impfstoff nur wenige außer religiös-magischen Abwehrhandlungen gegeben. So trugen etliche Tollwut-Amulette oder beteten zum heiligen Hubertus, der als Schutzpatron gegen die Tollwut galt.

Am heutigen Welt-Tollwuttag können wir mit Schrecken zurück auf die Geschichte der Tollwut blicken und uns freuen, dass die Medizin heute weiter entwickelt ist: Joseph Meister wurden nämlich Injektionen verabreicht, die aus dem Rückenmark von tollwutinfizierten Kaninchen stammten.

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