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Das Goldschiff

Avatar of Andrea Bentschneider Andrea Bentschneider - 26. Januar 2016 - Allgemein, Auswanderung, Wissen

Schiffspassagierlisten aus dem 19. und 20. Jahrhundert sind wichtige Quellen der Ahnenforschung, lassen sich doch an ihnen die Wege der Auswanderer übers Meer und in ferne Länder nachvollziehen.

Viele dieser Schiffe, die uns während unserer Forschung immer wieder begegnen, haben eine bewegte Geschichte. So auch das Hamburger Auswanderschiff „Cimbria“, dessen Geschichte ebenso tragisch wie sagenumwoben ist. 

Das 1868 in Schottland gebaute Schiff fuhr für die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt Actien-Gesellschaft (Hapag) im Pendelverkehr zwischen Hamburg und den USA. 

Am  17. Januar 1883 verließ die „Cimbria“ zum letzten Mal den Hamburger Hafen. In den frühen Morgenstunden des 19. Januar kam es bei Borkum im dichten Nebel zu einer schweren Kollision zwischen der von Kapitän Julius Hansen geführten „Cimbria“ und einem englischen Dampfer. Der britische Dampfer rammte die „Cimbria“ an der Backbordseite, die daraufhin sehr schnell zu sinken begann. Bei der Katastrophe verloren 437 Menschen ihr Leben, nur 65 überlebten.

Das Schicksal der „Cimbria“ sollte noch Generationen später interessieren und faszinieren – nicht zuletzt, weil sich Gerüchte darum ranken, dass an Bord des Schiffes ein beträchtlicher Geldbetrag gewesen sein soll, als es sank. Was hat es also mit dem so genannten „Goldschiff“ auf sich?

Tatsächlich war auch ein Darmstädter Kaufmann namens Moritz Strauss auf der letzten schicksalhaften Fahrt der „Cimbria“ im Jahr 1883 an Bord. Angeblich wollte der Spielzeughersteller nach Übersee reisen, um mit seinem Geschäft zu expandieren. Zu diesem Zwecke soll Strauss, so sagt es die Legende, mindestens zwei Millionen Goldmark im Safe der „Cimbria“ hinterlegt haben.

Als die „Cimbria“ im Januar 1883 sank, sollte sie fast ein Jahrhundert unentdeckt bleiben. 1974 entdeckte schließlich das Suchschiff “Wega” während einer Routinefahrt zufällig das Wrack der „Cimbria“, knapp 20 Seemeilen vor der Insel Borkum in etwa 29 Meter Tiefe.

Seitdem wurde eifrig nach dem Goldschatz der „Cimbria“ gesucht, gefunden wurde er bis heute nicht.

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