Beyond History Blog

Ein kleiner Schritt für einen Menschen – Von Deutschland zum Mond

Avatar of Heike Leiacker Heike Leiacker - 25. August 2017 - Allgemein, Auswanderung, Historische Ereignisse, Persönlichkeiten, Wissen

Der erste Mann auf dem Mond, ein Deutscher? Nein, natürlich nicht. Aber tatsächlich hatte Neil Alden Armstrong deutsche Vorfahren.

Er wurde am 5. August 1930 in Ohio geboren und starb mit 82 Jahren am 25. August 2012 im gleichen Bundesstaat. Dazwischen hat Neil Armstrong am 21. Juli 1969 (deutsche Zeit) mit einem Schritt Menschheitsgeschichte geschrieben. Kaum verwunderlich ist, dass Armstrong, der auch als „Kolumbus der Raumfahrt“ bezeichnet wird, wie die meisten Amerikaner von Einwanderern abstammt. Schon seine Vorfahren brachten damit dem Mut auf, Schritte auf ungewohntem Terrain zu unternehmen. In einem neuen Land noch einmal anzufangen, war bestimmt nicht leicht. Besonders da das Kontakthalten zu zurückbleibenden Menschen früher viel schwerer war als heute.

 

Neil Armstrongs deutsche Wurzeln

Stephen Koenig Armstrong, Neil Armstrongs Vater, hatte vor allem schottisch-irische Vorfahren, mütterlicherseits aber auch deutsche. Neil Armstrongs Urgroßvater Jacob Koenig war aus Deutschland in die USA eingewandert und auch sein Ur-Urgroßvater Adam Hoppel war vermutlich Deutscher.

Vor allem ist es aber seine Mutter, die Neil Armstrong mit Deutschland verbindet. Die gebürtige Viola Louise Engel war die Enkelin von Friedrich Wilhelm Kötter, der am 22. August 1846 in Ladbergen als viertes Kind eines Hofbesitzers geboren worden war. Dieser Friedrich Kötter war 1864 mit 18 Jahren von Ladbergen im heutigen Nordrhein-Westfalen über Amsterdam in die USA ausgewandert. Wie bei vielen anderen Auswanderer dieser Zeit waren es wohl zum einen wirtschaftliche Gründe, zum anderen die drohende Militärpflicht, die ihn in die „Neue Welt“ trieben.

Viele Ladberger verschlug es in den Ort New Knoxville in Ohio. Auch Kötter ließ such in der Region nieder. Er heiratete die dort geborene Mary-Martha Kötterheinrich, die Tochter eines Ehepaares, das ebenfalls aus Ladbergen eingewandert war. Und er errichtete eine Farm im nahegelegenen Wapakoneta. Auf dieser Farm kam Neil Armstrong 1930 als Urenkel des Auswanderers zur Welt.

In Ladbergen war Neil Armstrong allerdings nie, obwohl er von seinen deutschen Verwandten dort wusste.

 

Ein Leben für die Fliegerei

Offenbar war Armstrong bereits als Junge vom Fliegen fasziniert. Noch bevor er seinen Führerschein machte, machte er einen Pilotenschein. 1947 begann er mit einem Navy-Stipendium Luftfahrttechnik an der Purdue University zu studieren. 1949 wurde Neil Armstrong zum Militärdienst eingezogen und zum Kampfpiloten ausgebildet. Von 1950 bis 1952 kämpfte er im Koreakrieg. Nach seiner Rückkehr setzte sein Studium fort und machte 1955 den Bachelor. Anschließend wurde Armstrong Testpilot beim National Advisory Committee for Aeronautics (NACA), dem Vorläufer der NASA. 1962 wechselte er ins Raumfahrtprogramm und war 1966 Kommandant der Mission Gemini 8, bei der zum ersten Mal zwei Raumfahrzeuge im All erfolgreich aneinandergekoppelt wurden.

Nach der Mondlandung mit Apollo 11 im Jahr 1969 zog sich Armstrong aus dem öffentlichen Leben zurück. 1970 wurde er stellvertretender Leiter des Washingtoner Aeronautikbüros der Nasa in Washington, D.C. und beendete seinen Master in Raumfahrttechnik an der University of Southern California in Los Angeles. 1971 verließ er die NASA. Anschließend lehrte Armstrong bis 1979 als Professor für Raumfahrttechnik an der University of Cincinnati und wechselte dann in die Wirtschaft. Er war zudem in verschiedenen Kommissionen tätig.

Neil Armstrong scheint der Ruhm für seinen Spaziergang auf dem Mond eher unangenehm gewesen zu sein. Ihm war bewusst, dass er Glück hatte, ausgewählt worden zu sein, und dass viele tausend Menschen einen Anteil am Gelingen der Mission hatten. Dennoch wird er wahrscheinlich für immer für diesen einen ersten Schritt und seine Worte dazu berühmt sein. Zu Recht, denn die Bilder, die im Rahmen des medialen Großereignisses um die Welt gingen, haben Menschen auf der ganzen Welt in Atem gehalten und träumen lassen. Nicht zuletzt waren sie ein wichtiger Meilenstein des Kalten Krieges.

Neuer Kommentar

0 Kommentare