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Beginn des Zweiten Weltkriegs

Avatar of Ann-Christin Dimon Ann-Christin Dimon - 01. September 2019 - Allgemein, Historische Ereignisse, 2. Weltkrieg , Wissen

Am 01. September 1939 brach mit dem Überfall auf Polen der Zweiten Weltkrieg aus. 80 Jahre später gedenken wir der bis zu 80 Millionen Opfer, die dieser Krieg forderte. Auch in den Familiengeschichten vieler unserer Kunden spielten der Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg und ihre Folgen eine große Rolle.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kann nicht auf eine Ursache reduziert werden, vielmehr sind es viele verschiedene Umstände, die sich summierten: die internationale und europäische Machtkonstellation und Politik nach dem Ersten Weltkrieg, der Aufstieg und die Etablierung des Faschismus in Europa, die Stimmungsmache im Deutschen Reich gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrags und die Aufrüstung der Wehrmacht.

Am 01. September 1939 überfiel die Wehrmacht unprovoziert und völkerrechtswidrig Polen. Dabei wurde sie von slowakischen Truppen unterstützt. Als Rechtfertigung für den Angriff wurde in der deutschen Propagandamaschinerie der allerdings fingierte Angriff auf den Sender Gleiwitz angegeben, der am 31. August 1939 stattgefunden hatte. Dieser wurde bereits am 10. August 1939 von Reinhard Heydrich in Auftrag gegeben, der den Überfall als nötig ansah, um der Auslandspresse und der deutschen Propaganda eine Erklärung für den Angriff auf Polen zu liefern.

Heydrich beauftragte den SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks mit dem Überfall, der um 20:00 Uhr begann. Naujocks stürmte den Sender Gleiwitz in Oberschlesien mit fünf oder sechs anderen SS-Männern, die sich als polnische Freischärler ausgaben. Naujocks und die anderen gaben, nachdem sie die Sendeeinspeisung aus Breslau unterbrochen hatten, bekannt, dass der Sender nun in polnischer Hand sei. Bei dem Überfall gab es einen Toten, der als Beweis gelten sollte, dass der Sender von polnischen Freischärlern überfallen wurde.

Bereits um 22:30 Uhr wurde der Überfall über den Reichsrundfunk bekanntgeben und propagandistisch verwertet. Am nächsten Tag erwähnte Hitler in seiner Reichstagsrede, dass es angeblich noch 14 weitere Grenzzwischenfälle gegeben habe, die jedoch ebenfalls fingiert waren.

Noch am 31. August gab Hitler den Befehl, um 04:45 Uhr mit dem Angriff auf Polen zu beginnen, jedoch ist bis heute umstritten, wann genau die erste Kriegshandlung stattfand. Es kam aber schon am 01. September zu Luftangriffen und Kampfhandlungen von deutscher Seite.

Am 06. Oktober 1939 kapitulierte Polen vor den massiven und menschrechtsverletzenden Angriffen der Deutschen. Die Zahl der Opfer des Polenfeldzugs lässt sich nicht genau beziffern. Die der polnischen zivilen Opfer ist unbekannt. Die Zahl der gefallenen polnischen Soldaten bewegt sich zwischen 66.000 und 100.000 Toten, dazu kommen etwa 133.000 verwundete Soldaten. 400.000 polnische Soldaten wurden zu Kriegsgefangenen, sowie 200.000 Zivilisten, die als "verdächtige Elemente" bezeichnet wurden. Die 61.000 Juden, die sich unter den Kriegsgefangenen des Polenfeldzuges befanden, wurden vom Rest getrennt und noch schlechter behandelt.

Nach der Kapitulation wurden weitere Menschenrechtsverbrechen (nicht nur) in Polen begangen, ganz zu schweigen von den Gräueltaten der Nationalsozialisten gegen die jüdische Bevölkerung und andere Bevölkerungsgruppen. Der Zweite Weltkrieg forderte insgesamt 60-80 Millionen Todesopfer, die durch direkte und indirekte Kriegshandlungen umkamen. Auch noch heute spürt man die Auswirkungen weltweit. Das Jüdische Leben in Deutschland wurde fast komplett zerstört, viele Juden, die die Shoa überlebten, wanderten für immer aus. Die Teilung Deutschlands und der Kalte Krieg resultierten aus dem Zweiten Weltkrieg, mit Nachwirkungen auf nationale und internationale Beziehungen bis heute. Auch Familiengeschichten sind häufig stark durch diese Ereignisse geprägt. Besonders die vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzenden Flüchtlingsströme spiegeln sich in vielen Familienschicksalen wieder, mit denen wir täglich bei unserer Arbeit zu tun haben.

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