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Abenteuer Ahnenforschung hat Geburtstag! Oder: Was kann professionelle Ahnenforschung leisten?

Avatar of Heike Leiacker Heike Leiacker - 19. Juni 2017 - Allgemein, Jubiläum

Am 19. Juni 2007 ging der erste Blogbeitrag auf Abenteuer Ahnenforschung online. Es handelte sich damals um einen der ersten Blogs zum Thema Ahnenforschung in Deutschland. Unsere Chefin, die Berufsgenealogin und Firmengründerin Andrea Bentschneider, plaudert hier bis heute in knappen Beiträgen ungezwungen aus dem Nähkästchen, gibt Tipps und informiert zu verschiedenen Themen rund um die Ahnen- und Familienforschung. Im Vergleich dazu ist unser Firmenblog auf dieser Seite mit (fast genau) zwei Jahren noch jung. Für beide Blogs gilt, dass sie von langjähriger Erfahrung in der professionellen Ahnenforschung geprägt sind.

 

Im allerersten Blogbeitrag auf Abenteuer Ahnenforschung ging es um das Thema „Ahnenforschung und wie man dazu kommt oder Am Anfang steht die Neugierde…“ Die Frage nach den Beweggründen ist dabei natürlich kaum zu Trennen von dem persönlichen Gewinn, der damit einhergeht. In Anlehnung daran soll uns heute die Frage interessieren, welche Vorteile professionelle Ahnenforschung bietet und wo ihre Grenzen sind. Was kann sie leisten und was nicht?

 

Professionelle Ahnenforscher…

  1. …haben langjährige Erfahrung mit den verschiedenen Quellen. Der tägliche Umgang mit den Quellen erleichtert die Suche nach Dokumenten ebenso wie die Kommunikation mit den Mitarbeitern in Archiven, Bibliotheken etc. Neben den gängigsten Quellen kennen professionelle Ahnenforscher auch solche, die weniger bekannt oder je nach Forschungsauftrag nur sehr individuell nutzbar sind.
  2. …haben durch die tägliche Arbeit eine Vielzahl an Kontakten. Darunter sind nicht nur Archivare, sondern auch andere Forscher und genealogische Vereine. Manches lässt sich so schneller oder einfacher klären. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch Recherchen außerhalb des eigenen Forschungsgebiets zuverlässig und professionell abgedeckt werden können.
  3. …sind geübt in der Strukturierung der Ergebnisse. Bei der Vielzahl von Vorfahren und Informationen kann man schnell den Überblick verlieren. Besonders, wenn man noch nicht die Erfahrung hat, zu wissen, wie man die Informationen am besten ordnet. Professionelle Ahnenforscher sind es gewohnt, Forschungsergebnisse und Daten strukturiert und übersichtlich zu verwalten.
  4. …können die Forschung kontinuierlich und sinnvoll weiterführen. Ein wichtiger Vorteil ist, dass man nicht auf die wenigen Stunden eigener Freizeit angewiesen ist, um die Familienforschung kontinuierlich fortzuführen und voranzutreiben. Darüber hinaus können professionelle Ahnenforscher auch ältere, bereits privat begonnene Forschungen sinnvoll ergänzen, da sie die Quellen und das Archivrecht kennen und wissen, wo sich vielleicht neue, zuvor nicht zugängliche Informationen finden lassen.
  5. …können leichter „zwischen den Zeilen lesen“. Durch ihre Erfahrung können sie aus fast jedem, noch so unbedeutend erscheinenden Dokument neue Hinweise für die weitere Suche entnehmen. Oder Rückschlüsse auf die Lebensumstände einer Person ziehen.

 

Aber selbst professionelle Ahnenforscher…

  1. …können keine Funde garantieren. So kann jeder noch so gute Forscher beispielsweise aufgrund der Quellenlage an seine Grenzen stoßen. Viele Unterlagen sind heute nicht mehr erhalten (z.B. aufgrund von Kriegseinwirkungen, Naturkatastrophen oder Entscheidungen, diese zu vernichten).
  2. …sind auf möglichst umfassende und verlässliche Anfangsinformationen angewiesen. Wenn wichtige Angaben unbekannt, nicht ausreichend oder mitunter auch falsch sind, können oft auch keine Ergebnisse erzielt werden. Die Suche verläuft dann im Sande, ehe sie richtig begonnen hat.
  3. …können in der Regel keine privaten Unterlagen finden. Fotos, Briefe oder Tagebücher sind meist nur privat aufgehoben worden. In den Archiven findet sich hier selten und nur mit großem Glück etwas. Meist ist es viel wahrscheinlicher, im eigenen Familienbesitz oder in dem von Verwandten fündig zu werden.
  4. …benötigen Zeit für die Recherchen. Auch professionelle Ahnenforscher sind auf die Behörden und Archive  sowie deren Zeitpläne angewiesen. Manchmal dauert es, bis man eine Rückmeldung erhält, manche Dokumente sind vielleicht auch noch mit Schutzfristen versehen und können erst in mehreren Jahren eingesehen werden. Da eine Information zur nächsten führt, kann so die gesamte Recherche an ihre Grenzen stoßen bzw. aufgehalten werden. Es bleibt daher dabei: Wer Familienforschung betreibt, braucht Geduld. Wenige Wochen sind nicht ausreichend.
  5. …sind keine Hellseher. Professionelle Ahnenforscher können Informationen zu einer Person zusammentragen und Lebensbedingungen recherchieren. Individuelle Entscheidungen können sie aber ebenso wenig erklären wie die Gedanken des Vorfahren lesen.  Bestenfalls lassen sich hier begründete Vermutungen anstellen.

 

Es lässt sich also zusammenfassen: Auch professionelle Ahnenforscher können keine Wunder vollbringen und Informationen herbeizaubern, die es nicht gibt. Besonders in schwierigen Forschungssituationen sind ihre Erfolgschancen aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung aber meist höher. Professionelle Ahnenforschung bietet zudem für den Kunden den Vorteil, spannende Informationen zur Familiengeschichte bequem und gut aufbereitet geliefert zu bekommen.

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