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Die Bedeutung von Kalendern in der Ahnenforschung - Teil 3

Avatar of Andrea Bentschneider Andrea Bentschneider - 25. Januar 2017 - Allgemein, Wissen, Historische Ereignisse, Historische Dokumente, Tipps und Tricks

Was wäre Ahnen- und Familienforschung ohne Datumsangaben? Nachdem wir schon zwei Blogbeiträge dem Thema der unterschiedlichen Kalendersysteme gewidmet haben, möchten wir in diesem Beitrag den Julianischen Kalender vorstellen, der die Grundlage des heute in westlichen Ländern gültigen Gregorianischen Kalenders bildet.


Der Julianische Kalender

Julius Cäsar hatte zu Lebzeiten einen Mathematiker und Astronomen damit beauftragt, einen Sonnenkalender ausarbeiten zu lassen. Im Jahr 45 v. Chr. schließlich wurde der Julianische Kalender eingeführt und löste den alten, römischen Mondkalender ab. Er sah u. a. vor, dass das Jahr nicht am 1. März, sondern am 1. Januar beginnen sollte - die Monatsnamen „September“ („der Siebte“) und „Dezember“ („der Zehnte) zeugen noch heute davon, dass das Jahr einst anders gerechnet wurde. Mit dem Julianischen Kalender wurde auch eine periodische Schaltjahresregel eingeführt, die jedoch fehlerhaft war und die später unter Kaiser Augustus abgeändert wurde.

Die Einführung und spätere Reformierung des Julianischen Kalenders brachte u. a. neue Monatsnamen hervor, die wir auch heute noch kennen: So wurde der einst fünfte Monat zu Ehren Cäsars in „iulius“ umbenannt, zu Ehren Augustus‘ wurde der Monat „sextilis“ in „augustus“ umbenannt. Angeblich ließ Augustus bei der Gelegenheit auch gleich „seinen“ Monat ebenfalls auf 31 Tage verlängern (und den Februar dafür kürzen), um Cäsar in nichts nachstehen zu müssen.

Der Julianische Kalender offenbarte eine Ungenauigkeit zwischen dem Kalender- und dem Sonnenjahr, womit sich u. a. die christlichen Feiertage immer wieder verschoben. Dies missfiel wiederum natürlich der Kirche. Im Jahr 1582 erließ Papst Gregor VIII. den Beschluss, eine Kalenderreform einzuführen -  es entstand der Gregorianische Kalender.


Der Gregorianische Kalender

In dem Gregorianischen Kalender wurden u.a. die Schaltjahresregel reformiert und die Berechnung des Osterfestes neu festgelegt.

Die Umstellung vom Julianischen auf den Gregorianischen Kalender erfolgte in den einzelnen europäischen Ländern interessanterweise  sehr unterschiedlich: In den katholischen Teilen Deutschland wurde die Kalenderreform bereits 1583 eingeführt, in den protestantischen Gebieten allerdings erst um 1700. In Russland und Griechenland wurde der Gregorianische Kalender sogar erst um 1920 gültig.

Umrechnung vom Julianischem zum Gregorianischen Kalender

Aufgrund der Differenzen zwischen beiden Kalendersystemen hinkt der Julianische Kalender dem Gregorianischen heute ganze 13 Tage hinterher.Sollten Sie für Ihre Familienforschung also einmal eine Julianische Datumsangabe nach dem Gregorianischen Kalender umrechnen wollen, müssten Sie diese Tagesdifferenz hinzurechnen.

Die Russisch-Orthodoxe Kirche beispielsweise, die bis heute den Julianischen Kalender benutzt, feiert den ersten Weihnachtsfeiertag erst am 7. Januar – also 13 Tage nach dem gregorianisch errechneten Weihnachtsfeiertag am 26. Dezember.

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